Amy mit ihren Schwestern Adele und Pixie sowie Halbschwester Lilly und Mutter Lola im Sommer 2018.

Pelicanos Amy, geb. 20. Dezember 2015 ist eine Hündin aus Lolas A-Wurf. Ihr Vater ist Kasimir-Miro vom Büffelboden, somit trägt sie reines FCI-Pedigree, konnte aber nur über die Dissidenz gezogen werden, da insbesondere ihr Vater den Form- und Standardwerten des FCI nicht genügend entspricht, obwohl er umfangreich untersucht und ausgewertet wurde.

Pedigree Pelicanos Amy

 

Amy ist eine extrem sportliche und große Hündin. Sie ist per Laryngoskopie und Röntgen voruntersucht.

Sie ist keine gesunde Bulldogge und daher kastriert und nicht zuchttauglich, wird aber als Ziehtante das Rudel weiterhin bereichern. Einen Bericht hierzu habe ich weiter unten in dieser Kategorie verfasst.

 

Amys Vater Kasimir vom Büffelboden

Amys Wirbelsäule, 15 Monate alt

Trotz ihrer HD ist Amy eine geschickte und sehr schnelle Läuferin!

Amys Untersuchung der Atemwege per Laryngoskopie in der

Tierklinik Quehenberger, Perchtoldsdorf.

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Amys DNA Screening
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 Unser Sorgenkind Amy


Amy ist nicht zuchtgesund, bei ihr wurde während der ersten Untersuchungen mit 15 Monaten eine stark ausgeprägte Hüftdysplasie festgestellt. Somit war trotz ihrer beinahe perfekten, keilwirbelfreien Wirbelsäule sofort klar, dass sie nur als Sofahund in Frage kommt und die Fortführung der Zucht mit ihr indiskutabel war.

 

Mit 20 Monaten fing sie an in relativ regelmäßigen Abständen zu krampfen.

 

Niederschmetternde und vorübergehende Erstdiagnose durch unseren Haustierarzt war Epilepsie.

 

 

Epilepsie - Das Schreckgespenst aller Züchter, das große Tabuthema in der Rassehundezucht, bedeutet es doch das Ende der mitbetroffenen Zuchtfamilien und des guten Rufs?

 

Bei Amy ist es nicht gänzlich zu klären, ob es eine vererbte Form der Epilepsie oder eine symptomatische Form ist, welche andere Ursachen hat. 

Sie wird sowohl schulmedizinisch, als auch durch eine Tierheilpraktikerin betreut. Es gibt Hinweise auf eine Stoffwechselfunktionsstörung, die zu Vergiftungen der Organe führt und als Folge Krämpfe auslöst. Ich gehe aber grundsätzlich von einer erblichen Form der Epilepsie bei ihr aus. Es wäre albern hier auf eine andere Ursache dieser grausigen Krankheit zu hoffen und sich die tragische Situation schönzureden.

 

Ich habe als Konsequenz keines ihrer Geschwister in die Zucht gelassen. 

Mutter Lola ist ebenso wie Amy kastriert.

 

Nach langer Recherche habe ich mich entschlossen, die Zucht mit Halbschwester Lilly, die einen anderen Vater hat, der über 100 gesunde, nicht von Epilepsie betroffene Hunde gezeugt hat, fortzuführen. Von Lolas 13 Kindern aus zwei Würfen krampft eine. Aus Lillys Wurf ist bisher kein Hund betroffen. Die Bullys neigen dazu Epilepsiesymptome sehr früh zu zeigen. Im Verlauf der Krankheit kommt es gerne zu heftigen Verschlimmerungen und oftmals zu Therapieresistenzen. Dies kann man in etlichen Epilepsiegruppen lesen und ist auch die Erfahrung einiger Tierärzte mit denen ich sprach.

Ich habe beschlossen, diesen Feind zu umarmen und möchte diesem Thema, welches meine kleine Zucht betrifft, mit aller nötigen Sachlichkeit und ohne Vorwurf in irgendwelche Richtungen begegnen. Für Amy ist es Glück, dass wir sie behalten haben, dass meine instinktstarke Lola sich auch gerade dieses Welpen auffällig intensiv annahm, und wir sie dadurch bis zum wahrscheinlich viel zu frühen Ende versorgen und betreuen können.

 

Für die Geschwister ist es Glück, dass kein weiterer Bully betroffen ist. 

In Lillys Wurf ist ein unglücklicher Einhoder, ansonsten strotzen alle Geschwister vor Kraft, Energie und Gesundheit. Sollte auch nur ein weiteres Lolakind mit dem Kopf zucken, werde ich die Linie komplett beenden. Bis jetzt überwiegen dafür aber eindeutig diverse erfreuliche Untersuchungsergebnisse, Gentests, Computertomographien von Wirbelsäulen und Schädeln, als dass ich hyperhysterisch gesunde Hunde aus dem B-Wurf ausschließen möchte.

Dies natürlich auch in Absprache mit unseren betreuenden Tierärzten und in Anlehnung an die Empfehlungen für Zucht des Schwedischen Border Collie Clubs.  

 

Zu diesen Empfehlungen für Züchter kam der SVaK im Umgang mit Epilepsie, Auszüge aus dem Protokoll der Konferenz des Schwedischen Border Collie Clubs:

 

>> NIEMALS von Epilepsie betroffene Hunde in der Zucht verwenden!

 

>> Zuchttiere, die einen (1) Fall von möglicher Epilepsie gebracht haben sollten nur mit größtmöglicher Vorsicht weiter in der Zucht verwendet werden, und wenn, dann in einer anderen Partner-Kombination. Sollte es zu einem weiteren Nachkommen mit Epilepsie kommen, muss der Hund aus der Zucht ausgeschlossen werden.

 

>> Geschwister von betroffenen Hunden sollten mit ihrem Zucht-Debüt möglichst warten, bis sie ihr 3. - 4. Lebensjahr erreicht haben. Auch sollte man versuchen, die Anzahl von Würfen von diesen Hunden gering zu halten. Sind in einem Wurf mehrere Hunde von Epilepsie befallen, soll mit den Geschwistern nicht gezüchtet werden.

 

>> Nachkommen von Hunden, die mit verschiedenen Partnern Epilepsie gebracht haben, sollten nur sehr vorsichtig in der Zucht verwendet werden, auch wenn sie nur Halbgeschwister von Betroffenen sind. Das heißt, man soll mit dem Zucht-Debüt warten, bis diese Hunde 3 - 4 Jahre alt sind und versuchen, die Anzahl ihrer Würfe niedrig zu halten. Solche Hunde zu Zucht-Matadoren zu machen, ist für die Rasse potentiell gefährlich.

 

>> Alle Krampfanfälle und Verdachtsfälle von Epilepsie sind natürlich weiterhin unbedingt zu melden.

  

Diese Info gilt allen Interessierten und Bullyfreunden, die mit mir und meiner Pelicanos-Linie umgehen und arbeiten möchten.

Der Feind, den man kennt, ist kein Feind mehr.

Danke für Euer Vertrauen.

 

Claudia & Amy

 

 

Schwedische Konferenz beim Border Collie mit Zuchtempfehlungen

 

Epilepsie-Video: Von Anfällen und Ameisen

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Todd D.L. Woods, M.D: Neurology with Added Qualifications in Clinical Neurophysiology
Ausführlicher Text eines Neurologen, lang aber lesenswert!
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