Der Frenchton 

 

Eine weitere Idee die Franzosen gesünder zu züchten, ist die wohlüberlegte Einkreuzung fremder Rassen. Dies wäre ein sehr aufwändiges und langwieriges Projekt, was nur wirklich sinnvoll ist, wenn sich mehrere Züchter beteiligen und man eine umfassende Basis grundsolider und nicht verwandter Elterntiere hätte. Dies ist aktuell wegen mangelndem Interesse und aus Angst, dass die Mischlinge der ersten Generationen keine Liebhaber finden, nicht umzusetzen.

 

Trotzdem ist unsere Neugierde groß, was mit dem Bully passiert, wenn man ihn mit der Genetik einer anderen Rasse kombiniert, die ihm vom Phänotyp sehr ähnlich ist. Skeptiker lehnen dies mit der Begründung ab, dass eng verwandte Rassen ähnliche Probleme haben und die Gefahr gegeben ist, dass man sich neue Erbkrankheiten herein holen kann. Der Gedanke ist auch sicher nicht verkehrt. Trotzdem sehen wir die Vorteile darin, die genetische Varianz zu erhöhen. Mit umfangreicher Diagnostik der Elterntiere und der Anwendung verfügbarer Gentests kann man die Aussichten auf gesündere Hunde optimieren. Daher werden in Kürze bei befreundeten Züchtern Anpaarungsversuche mit Französischer Bulldogge x Boston Terrier stattfinden. 

 

Warum Boston?

Erste Begründung ist, wie schon beschrieben, die Aussicht auf einen recht bullyähnlichen, wenn nicht sogar beinahe identischen Phänotypen. Der Boston hat, wie der Bully, kurzes Fell und Stehohren, eine trockene Muskulatur und ein freundliches Wesen. Die größeren Typen befinden sich in der ähnlichen Größen- und Gewichtsklasse wie der Franzose. Natürlich wählen wir Bostonrüden, die deutlich im sportlichen Typ stehen, mit feinerem Kopf, ausgeprägtem Nasenrücken und gesundem Skelett und natürlich ausschließlich aus Linien mit Naturgeburten.

Nachdem wir einige Bostons untersucht haben, fiel uns auf, dass sie, obwohl auch als chondrodystrophe Rasse gelistet, deutlich weniger und vor allem später zu Verkalkungen der Bandscheiben neigen, als die Franzosen. Viele sind genetisch frei von der Chondrodystrophie, also erhalten wir bei der Verpaarung mit den Franzosen nur Trägertiere und haben hier in nächster Generation die Möglichkeit auf freie Tiere zurückzuzüchten.

Auch sind die Wirbelkörper oft noch harmonischer mit besseren Abständen ausgebildet. Der Boston hat eine deutlich höhere Lebenserwartung als der Bully, diese wird mit 13-15 Jahren angegeben. In Amerika haben diese Verbindungen eine große Beliebtheit und sind bei vielen Liebhabern als eigene Rasse „Frenchton“ anerkannt. 

 

Der letzte, auch nicht unerhebliche Grund ist die Farbgenetik ohne Dilution, die man bei den reinrassigen Bullys in der gesunden Liga kaum mehr finden kann. Ebenso wie gut durchpigmentierte Schecken. Uns ist es auch wichtig pigmentstarke Naturfarben zu erhalten, was derzeit bei der Flut an beinahe nur noch verdünnten Farben der Franzosen mit weit gefächerter Genetik nahezu unmöglich ist.

 

Sobald der erste Wurf gefallen ist, werden wir hier berichten!

 

Bei Interesse oder Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

 

 

Ende Juni werden die ersten Frenchtons bei Bianca Schulte in Deutschland erwartet!

Nähere Infos auf der Seite Redbountyhunters.