Bewegung ist Leben!

 

Dies trifft auf nichts so sehr zu, wie auf einen Bully, der durch falsche Selektion auf zu kurze und gedrungene Rücken unter frühen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit leidet.

Wir streben den keilwirbelfreien Bully an, tolerieren aber geringe, mild ausgeprägte Veränderungen in der Brustwirbelsäule, die man züchterisch auch gut verbessern kann. Wichtig sind ebenfalls die Zwischenwirbelräume und die Bandscheiben, die keinesfalls zu früh verkalken dürfen. Auch hier bevorzugen wir die Diagnostik von zweijährigen Hunden mittels CT oder MRT. 

 

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Lola, Amy und Lilly, die im Rücken etwas längeren Varianten des Französischen Bulldogs.

Ich bin immer verwundert bzw. amüsiert, wie wenig Züchter mit den Begriffen der bekanntesten Wirbelanomalien anfangen können und möchte daher hier noch einmal kurz und schmerzlos die häufigsten drei möglichen Besonderheiten der Wirbelkörper der Bullys erklären:

 

Blockwirbel

 

Blockwirbel weisen einen Fehler in der Segmentierung der Wirbelsäule auf und sind an mindestens einer Seite miteinander verwachsen. An dieser Stelle fehlt oftmals die Bandscheibe oder ist nicht ausreichend ausgebildet. In Folge dessen kommt es zu einer Versteifung, die im Brustwirbelbereich keine starken Probleme bereitet und immer wieder bei den Franzosen auftritt.

 

Schmetterlingswirbel

 

Bei einem Schmetterlingswirbel sprechen wir von einer mittigen Deformität. Es ist möglich, dass die Schmetterlingswirbel zusätzlich keilförmig verformt sind. Die Schmetterlingswirbel sind bei den Bulldoggen stark verbreitet, werden aber nur selten erfasst, da üblicherweise nur von der Seite geröngt wird. Gerade in einer gestauchten Brust mit verkürzten Wirbeln findet man häufig Schmetterlingswirbel. Diese sind selten von klinischer Bedeutung, dennoch sollte auch hier auf unnötgie Verbreitung durch gewissenlose Vererbung verzichtet werden.

 

Keilwirbel

 

Keilwirbel sind wohl die bekannteste Malformation der Bullys, so dass sie seit Jahren in annähernd jeder Zuchtordnung Beachtung finden. Hier ist die Definition der Zuchtvereine und begutachtenden Tierärzten sehr dehnbar. Einige bewerten bereits einseitige Verkürzungen als abseits der Norm, andere möchten Keilwirbel erst dann erkennen, wenn sie hochgradig spitz verformt sind. Dies führt zu irreführenden Begutachtungen, so dass es immer ratsam ist, selbst Einsicht in die Röntgenbilder zu verlangen. Moderate Veränderung im Brustbereich gelten als klinisch unbedenklich, wenn die Stabilität und der Verlauf der Wirbelsäule nicht zu stark vom Normalzustand abweicht. Dennoch ist hier ein intelligentes Zuchtmanagement gefragt, um diese Deformationen auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

 

Diese hier genannten Wirbelanomalien finden wir sporadisch in der Rute aller Rassen. Jede Wirbelveränderung in der Rute führt zu einer Abweichung der natürlichen  Rutenachse, man spricht von Knickrute. In fast allen Zuchtordnungen anderer Rassen sind solche Ruten von der Zucht ausgeschlossen, da bekannt ist, dass sich Deformationen von der Rute in die gesamte Wirbelsäule vererben können. Dies ist auch ein wichtiger Fakt, warum es langfristig über Generationen bei den Franzosen nicht gelingt, die absolute Keilwirbelfreiheit mit vorhandener Korkenzieherrute zu züchten. Keilförmige Malformationen und Verkürzung von Wirbelkörpern sind aufgrund des chondrodystrophen Defekts rassetypisch. Hier wäre wieder einmal die einzige Lösung eine Fremdrasseneinkreuzung mit Selektion auf gerade Ruten und defomartionsfreie Rücken.